5. Dezember 2016

Singapur – Los geht´s! (Teil 1: Anreise)

Der Flug nach Singapur mit der Lufthansa LH 778

By Sven Meister In Travel

Samstag, 12.11.2016: Der Wecker zeigt 08:17 Uhr

Der Tag der Abreise

Für mich schier unglaublich, aber ich habe die Nacht vor meiner Abreise nach Singapur doch tatsächlich schlafen könne. J. war zur Unterstützung angereist und verbrachte auch den Tag mit mir bis zur Trennung am Flughafen Hannover, vielen Dank noch einmal hierfür!

Die Nervosität stieg ins unermessliche, Frühstück und die letzten Reste in den Koffer packen waren die Aufgaben, bis es dann endlich um 14 Uhr mit dem Auto Richtung Flughafen Hannover ging.

Das erste Mal nun konnte ich meinen Lufthansa Vielfliegerstatus ein wenig auskosten und checkte über den Business-Schalter binnen 40 Sekunden ein – ja, das hat sich in der Tat gelohnt. Mir wurden meine Bordkarten sogar mit den Worten

„Einen guten Flug nach Singapur, Herr Meister“

ausgehändigt.

Ja und…? werdet ihr nun sagen, ich jedoch mag das nette Zwischenmenschliche, auch wenn es von den Lufthansa-Damen sicherlich nicht von Herzen kam.

Einen Kaffee und drei (Nervositäts)Zigaretten später verabschiedete ich mich von J. und ging schnurstracks Richtung Business-Lounge. Der Plan: Erstmal einen Schnaps trinken um die Aufregung ein wenig zu unterdrücken. Es wurden dann zwei Gläser Gin-Tonic im Mischverhältnis 50:50.

Als es dann eine Stunde später zum Boarding ging, war die Welt nicht mehr ganz so schlimm. Ehrlich, der Gin hat ganze Arbeit geleistet.

Nach einem 35 minütigen Flug ging es auch in Frankfurt erstmal in die Lounge, hier war schon deutlich mehr los. Neben einem Espresso gönnte ich mir ein Glas Weißwein und versuchte die letzten 45 Minuten bis zum Boarding ein wenig zu relaxen.

Der nächste Weg führte mich zum Gate und da stand auch schon „mein“ Airbus A380-800 (LH 778), der mich 11.000km über die halbe Erdkugel nach Singapur bringen sollte – hoffentlich sicher und in einem Stück.

Als das Boarding begann war ich sehr viel gelassener als erwartet – was mit Sicherheit auch noch immer an dem Gin und dem Weißwein lag.

Die größte Angst lag in dem Moment, wenn der Flieger nun los rollen sollte und es kein zurück mehr gibt. Dieser Moment kam auch recht rasch, es herrschte aber eher Spannung über den kommenden TakeOff mit diesem riesigen Vogel, als Angst vor der Reise ins Ungewisse.

Der Flug LH 778

12 Stunden sollte der Flug dauern. Immer wieder liesst man Horrorszenarien über Langstreckenflüge, es ist eng, es ist stickig, es ist laut, es ist langweilig und das Essen ist schlecht.

Meine Erfahrungen:

Es ist eng. Ja, es ist eng. Mir reichte der Platz in der Economy-Klasse bei weitem aus. Auch wenn der Sitz vor mir die gesamten 12 Stunden zurückgelehnt war, so hatte ich noch immer ausreichend Platz für mich. Ich bin allerdings auch recht klein mit meinen 1,72 Meter.

Möchte ich bequemer als in der Economy reisen, dann muss ich entweder schlau und schnell sein und mir einen geeigneten Platz vorab blocken, oder ich muss etwas mehr zahlen und in der BusinessClass reisen.

Ich konnte mir vorab einen der sehr beliebten Economy Plätze im Upperdeck (Oberdeck) des A380 sichern, es war der Sitz 97a.

Das gute an diesen Plätzen? Die Sitzreihen im Oberdeck sind in 2-4-2er Reihen aufgeteilt, man sitzt also nur neben einer Person.

Auch für den Rückflug konnte ich noch spontan einen Sitz im Oberdeck erhaschen, diesmal den Sitz 98a (noch besser platziertes Fenster). Hier sollte man beim Online-Checkin einfach schnell sein, denn öfters werden die obigen Plätze erst kurz vorher freigegeben.

Super komfortabel für den Fensterplatz im A380 sind die seitlichen Ablagefächer. Hier hat man ein Fach zum Verstauen von Laptoptasche, Kissen oder sonstigen Kleinkram ganz für sich allein.

Es ist stickig. Ja, es ist stickig, die Luft ist trocken und unangenehm. Trinken hilft hier 🙂 Übrigens kann man sich an Bord der Lufthansa jederzeit in den Bordküchen an Wasser und Säften bedienen.

Es ist laut. Ja, es ist laut. Wobei der A380 schon sehr, sehr leise gegenüber anderen Flugzeugen ist, es ist einfach laut. Man reist ja nunmal auch mit etwa 1000km/h und nicht mit einem Schiff.

Ein besonderer Tipp: Die QuitComfort Kopfhörer von Bose sind sensationell was das Ausblenden des Triebwerklärms angeht. Eingeschaltet und der Lärm wird zu einem angenehmen Rauschen. Wirklich, es ist unglaublich. Ich hatte diese Kopfhörer fast den gesamten Flug über im Ohr und war tiefenentspannt.

Es ist langweilig. Nein, ganz und gar nicht. Ich habe mir Musik auf mein iPhone gezogen, einen Film (aus der sehr umfangreichen Bordunterhaltung) oder aus dem Fenster geschaut. Ich verstehe die Menschen immer nicht, die der Anblick aus 10.000 Metern auf unsere Erde so kalt lassen kann. Selber schuld, reist doch mit dem Zug 🙂

Das Essen ist schlecht. Hallo? Ich reise an Bord eines Flugzeuges, welches mich für etwa 500 Euro um die halbe Welt kutschiert und ich bekomme sogar noch was warmes zu Essen. Gibt es das in Bus, Taxi oder Bahn? Nein.

Das Essen war überraschend gut, mir schmeckte es und ich wurde auch so weit satt, dass ich nicht in den nächsten 10 Stunden den Hungertod erleiden sollte.

Mit Getränken wurde man in regelmäßigen Gängen des Kabinenpersonals versorgt, man konnte sich aber auch in den Bordküchen selbst bedienen.

Nach etwas mehr als drei Stunden Flugzeit wurde die Kabinenbeleuchtung ausgeschaltet und die Fensterblenden mussten geschlossen werden. Es wurde ruhig für die nächsten 8 Stunden.

Zwei Stunden vor der Landung begann das Leben wieder an Bord. Es wurde ein Frühstück gereicht und dann kam es auch schon zum Ausfüllen der Einreisepapiere für Singapur. Es ist schon nicht so einfach bei leichten Turbulenzen diesen kleinen Zettel auszufüllen – gerade bei den strengen Gesetzen in Singapur war mir schon etwas mulmig als mir auffiel, dass ich mein Einreisedokument etwas falsch ausgefüllt hatte (statt Hacken setzte ich Kreuze, wo aber ausdrücklich darauf hingewiesen wurde bitte Hacken zu verwenden). No risk, no fun, das war natürlich kein Problem bei der späteren Einreise 🙂

Für alle die ebenso das erste Mal nach Singapur reisen und gerne wissen möchten was einem mit diesem Dokument so erwartet:

  • Vollständigen Namen, exakt wie auf dem Reisepass
  • Reisepassnummer
  • Angabe über das Hotel/die Unterkunft in Singapur (inkl. vollständiger Adresse)
  • Geburtsdatum
  • Frage, ob man in den letzten 6 Monaten in Afrika war

Das war es im Groben auch schon, es ist echt easy!

Der Flug war klasse, vielen Dank an die Lufthansa!

Die Einreise in Singapur dauerte 10 Minuten. 9 Minuten Schlange stehen und 1 Minute lang wurde der Pass kontrolliert und gefragt, wie lange man in Singapur bleiben möchte.

UND LOS GEHT´S NACH SINGAPUR!

 

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