9. Dezember 2016

Singapore spots (Teil 2)

Was ich in Singapur sehen durfte

By Sven Meister In Travel

Ich bin in Singapur – und nun?

Empfangen vom Taxifahrer (der Hin- und Rücktransfer klappte gut, gebucht hatte ich bei Suntransfer hier) schickte dieser mich erst einmal hinaus zum Hauptausgang, er müsse noch das Auto holen… Raus und somit raus in die Wärme. Bei einem (1!) Grad in Hannover am Mittag des Vortages nun bei 32 Grad war ein cooles Gefühl. War es wirklich noch November, oder habe ich etwas verpasst!? Es fühlte sich nicht „so heiß“ an wie mir alle vor der Reise mitgeteilt haben. Es ging. Nun war ich in Singapur, allein am Straßenrand des Flughafens, bei 32 Grad und hoffte als Erstes das der Taxifahrer mich auch einsammeln würde.

Ich liebe das Gefühl an einem weit entfernten Ort zu sein, einem Ort an einem ganz anderen Fleck unserer Erde. Diesmal fühlte es sich noch verrückter an, aber es war ein solch tolles Gefühl wofür sich die ganze Reise schon gelohnt hatte.

Fernreise Singapur Allein auf Reisen

Singapur!

Nach einer 20 minütigen Fahrt durch eine sensationell saubere Stadt und den ersten Blicken auf das Marina Bay Sands wurde ich an meinem Hotel abgesetzt. Für, wie ich nach einiger Zeit herausfand, Singapur normal, wurde einem die Autotür geöffnet, das Gepäck abgenommen und einen schönen Tag gewünscht – sehr nett.

Jetlag???

Was ist das? Hatte ich nicht. Mit dem Hin und auch dem Rückflug hatte ich keinerlei Probleme mit der Zeitumstellung. Die einzige Vorbereitung die ich unternahm war, dass ich auf meiner Apple Watch rechts oben klein die singapurer Zeit habe einblenden lassen. Das war’s.

Singapore spots – Was ich in Singapur sehen wollte

Am ersten Tag ging es um 4 Uhr morgens (Zeit in Deutschland) als Erstes zur Marina Bay! Auf dem Weg dorthin begann es zu regnen und hörte sobald nicht mehr auf. Von einer Kollegin wusste ich vorab, dass die Regenfälle im tropischen Singapur kurz und heftig sind, dieser Regenschauer war lang und heftig. Das tolle am Regen, es war ein warmer Sommerregen, wie ich es liebe.

Fernreise Singapur Allein

Fernreise Singapur Allein

Marina Bay & Marina Bay Sands

Da es nach zwei Stunden nicht aufhörte zu regnen, ich kaum weiter vorankam, das Marina Bay Sands schon sehen konnte, entschied ich mich loszulaufen. Nach zwei Minuten bereute ich diese Entscheidung schon. Das Problem war nicht der Regen der von oben kam, sondern der Regen, der auf den Straßen lag. Meine Schuhe waren komplett nass.

Ich hatte bei der Reiseplanung an alles gedacht, nur dummerweise nicht an ein zweites Paar Schuhe… wie ärgerlich. Da sich dies eh nicht mehr ändern ließ, ging ich weiter – und ich erinnerte mich an den Föhn auf dem Hotelzimmer 🙂

Mein Weg führte mich rund um die Marina Bay und nach weiteren zwei Stunden hörte es langsam auf zu regnen. Also Kamera raus und noch einmal rund herum um die Marina Bay.

Nach einer Verschnaufpause (die Watch zeigte bereits um die 28.000 Schritte an) und dem 40 minütigen Föhnen meiner Schuhe zog es mich gegen Abend erneut zur Marina Bay. Diesmal nahm ich den Weg durch die Unterführung.

Beim ersten Mal war ich erschrocken, es lungerten in der Unterführung abends viele Jugendliche mit ihren Skateboards und skurrilen Tänzen (ich denke indisch?) und ich fand keine Alternative um die Straße zu überqueren. Ich musste hier aber  keine Angst haben; es tat mir keiner etwas. Zum anderen fühlte ich mich in Singapur zu jeder Zeit und zu jedem Ort absolut sicher, selbst mit einer 2000 Euro Kamera in der Hand.

Leider war an diesem Abend der Sonnenuntergang nicht zusehen, da es noch stark bewölkt war – dies sollte sich an den kommenden Abenden ändern. Ich lief zum Marina Bay Sands und bestaunte das außergewöhnliche Luxushotel in der Dämmerung sowie einer Lightshow auf dem Wasser.

Fernreise Singapur Allein

Fernreise Singapur Allein

Garden of the Bay

Vom Marina Bay Sands aus lief ich weiter in Richtung des Gardens of the Bay, eines der Highlight von Singapur. Eine schön angelegte Gartenanlage mit tollen Lichteffekten am Abend. Die Aussicht auf die Stadt und dem Singapore Flyer war beeindruckend.

Fernreise Singapur Allein

Fernreise Singapur Allein

Der Blick in Mitten des Gardens of the Bay und seinen künstlichen „Alien“-Bäumen mit dem Marina Bay Sands im Hintergrund ließen mir für kurze Zeit die Adern gefrieren; ein sensationeller Anblick dieses Lichtspiel.

(Diese Bilder wurden nur leicht nachbearbeitet)

Fernreise Singapur Garden of the Bay

Fernreise Singapur Marina Bay Sands

Ein weiterer Rundgang um die Marina Bay führte mich an einer ruhigen Promenade – ich fragte mich, wo all´die Menschen sind –  mit tollen Blick auf die Skyline Singapurs vorbei an Hochhäusern und dem Merlion im dunklen…

Fernreise Singapur Skyline

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Fernreise Singapur Skyline bei Nacht

Fernreise Singapur Merlion

Fernreise Singapur Skyline

… zurück zum Hotel.

Ich musste zugeben, das einfache rundherum Laufen an den Abenden mit den Blick auf die vielen Lichter war meine Lieblingsbeschäftigung – allein war ich nicht, ich hatte genügend Zeit für meine Kamera.

Als Nächstes stand noch der Skywalk im Gardens of the Bay auf dem Zettel.

Ein Weg in 28 Metern Höhe zwischen den Riesenbäumen mit Blick auf Hafen, Skyline und Meer. Mit 8 Dollar ein Schnäppchen und schon ging es mit dem Fahrstuhl hinauf, hinaus und am liebsten hinunter. Meine Knie wurden sofort weich, ich hätte mir den Skywalk mit meiner Höhenangst lieber sparen sollen… Der Weg von Baum zu Baum durch einen teilweise echt schmalen Pfad bietet eine schöne Aussicht, schaut hier:

Fernreise Singapur Skywalk

Fernreise Singapur Skywalk

Ganz unglücklich war ich nicht, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Der Garden of the Bay ist ein Platz zum Entspannen. In den darauffolgenden zwei Stunden schlenderte ich mit aller Ruhe durch die Gartenanlage, durchgeschwitzt bei 30 Grad, viel los war mal wieder nicht.

Fernreise Singapur Garden of the Bay

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Den Eintritt zum Flowerdome sparte ich mir.

Aussichtsplattform Marina Bay Sands

Trotz der weichen Knie am Morgen vom Skywalk musste ich noch auf die Aussichtsplattform des Marina Bay Sands hinauf. Auf der anderen Seite vom bekannten Infinity Pool hatte ich in 192 Metern Höhe einen tollen Ausblick auf Skyline, Stadt und Meer – die entschuldigte die Fahrt hinauf in einem Fahrstuhl mit verwöhnten, reichen Weibern Anfang 20, die am Infinite Pool ausstiegen.

Der Aufenthalt im „Skypark“ ist für 24 Dollar zeitlich nicht begrenzt, ich verweilte über die Dämmerung hinweg bis die Sonne untergegangen war.

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Fernreise Singapur Skypark Marina Bays Sands

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Fernreise Singapur Skypark Marina Bays Sands

Fernreise Singapur Skypark Marina Bays Sands

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Fernreise Singapur Skypark Marina Bays Sands

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Und sonst so?

Natürlich bietet Singapur noch einiges mehr. Neben unzähligen Einkaufszentren

– was interessant war durch ein Einkaufszentrum zu wandern, durchgeschwitzt in Sommerkleidung bei den Klängen von „Last Christmas, I gave you my heart…“ 🙂 –

ist das Raffles Hotel mit seiner Longbar einen Besuch wert. Little India war beeindruckend, für mich zu voll und zu hektisch. Sentosa, die künstlich angelegte Insellandschaft von Singapur erreichte ich in der kurzen Zeit nicht mehr, wobei es eher die platten Füße am Ende  der Reise waren, die nein sagten.

Nichtsdestotrotz ist Singapur eine Stadt, die ihr in zwei oder drei Tagen komplett erleben könnt. Meine sechs Tage in dieser Stadt reichten mehr als aus. (Von wegen, für sechs Tage lohnt es sich nicht so weit zu fliegen… Ihr Neider).

Hotel Grande Pacific Singapore

Gebucht hatte ich ein 4 Sterne Hotel in der Victoria Street von Singapurs Innenstadt, eine Straße entfernt vom legendären Raffles Hotel und kaum viel weiter von der Marina Bay. Alles sollte Fußläufig erreichbar sein, ein für mich wichtiger Aspekt bei Reisen.

Nach einem schnellen Checkin und den ersten 250 Dollar Kaution von der Kreditkarte ging es hoch in den 9. Stock zu meinem Zimmer.

Das Zimmer im Grande Pacific Singapore war mit Abstand das schlechteste dieser Reise. Auf den ersten Blick okay, auf den näheren Blick eher Ernüchterung. Das Badezimmer war nur oberflächlich gesäubert, die Dusche sah ekelig aus und das Zimmer konnte mit einem dreckigen Teppich und Fenstern wenig punkten. Immerhin war das Bett bequem, und das sollte auch bei dieser Reise die Hauptsache bleiben. Der Zimmerservice kam täglich, bis auf neue Handtücher wurde nichts gemacht.

Das Frühstück begeisterte mich am ersten Morgen dann. Für mich am wichtigsten nach der ersten Nacht:

Wo bekomme ich meinen Kaffee her!?

Kaffee und O-Saft waren wunderbar, das Beste an diesem ganzen Hotel. Das Essen war für einen Europäer eher englischlastig, was nicht schlecht war. Nach drei Tagen dem Gleichen hatte ich auch keinen richtigen Appetit mehr darauf. Abwechslung absolut Nullanzeige. Zeitlich begab ich mich um 09:15 Uhr zum Frühstücksbuffet, eine sehr gut gewählte Zeit, es waren genügend Plätze vorhanden um in Ruhe zu essen.

Abreise

Der Changi Airport von Singapur gilt als der „schönste Airport“ der Welt. Ob ich dem zustimmen konnte, naja… Nach der Passkontrolle und dem Ausreisen aus Singapur hatte ich die Möglichkeit zu shoppen was das Zeug hält.

Neben unzähligen Restaurants und Starbucks konnte ich an der einen oder anderen Stelle einen Blick auf das Vorfeld erhaschen. Ich zog mich nach ein paar Stunden auf einer der Relaxliegen kurz vor meinem Gate zurück. Hier wurde ich mit leiser Musik beschallt, konnte bequem liegen, mein Handy laden und auf meinen Abflug warten.

Waiting… #flight #lufthansa #lh779 #sin #fra

Ein von Sv Meista (@flyzeit) gepostetes Foto am

Was noch anstand waren die Sicherheitskontrollen. Was ich nicht wusste und am Flughafen schwammig kommuniziert wird: Die Sicherheitskontrollen erfolgen direkt vor dem Boarding am Gate. Ich ging vom Securitycheck direkt an Bord.

Unser Rückflug nach Frankfurt mit der LH 779 verzögerte sich um eine Stunde. Eine Stunde, die wir im Flugzeug auf dem Vorfeld festsaßen. In Erwartung eines 13 stündigen Fluges war das nicht toll.

Als es dann endlich losging war der Ärger kurz nach dem Abflug verschwunden. Im Zickzack-Kurs ging es um Gewitterwolken von Malaysia über Indonesien hinaus auf den Indischen Ozean, wo ich noch eine halbe Stunde lang schöne Blitze von oben bestaunen konnte.

Der restliche Flug verging dann wie im Flug. Nach etwas Schlaf wachte ich irgendwo über dem Iran auf und hatte hier einen wunderschönen Blick auf einen sternenklaren Himmel mit Vollmond und eine wolkenfreie Wüstenlandschaft.

Resümee

Der Trip nach Singapur war eines der besten Dinge, die ich mir selbst in meinem Leben gegönnt habe. Die Erfahrung, der Nervenkitzel beim Hinflug und das wunderbare Gefühl am anderen Ende der Welt zu sein waren für mich ein einzigartiges, geiles Erlebnis. Ein Erlebnis das Lust auf „mehr“ macht.

Auch wenn die Menschen in Singapur distanziert zu den Touristen sind, fühlte ich mich jederzeit sicher und gut aufgehoben. In Singapur herrschen Zucht und Ordnung, ein System das funktioniert und in diesem Lande mal ausprobiert werden sollte.

DIE Sightseeing Punkte, allen voran das Marina Bay Sands, die Marina Bay an sich, der Garden of the Bay und die wunderbare Skyline bei Tag und Nacht sind Dinge im Kopf, die ich nicht so schnell vergessen werde.

Singapur bietet die Möglichkeit, Metropole, gigantische Anblicke und einen ruhigen und entspannten Urlaub gleichzeitig zu erleben. Allerdings, wie ich finde, ist Singapur auch ein Fernreiseziel, dass schnell erkundet ist und langweilig wird. Mehr als 7 Tage Aufenthalt würde ich euch nicht empfehlen.

2 Kommentare
  1. shadownlight 20. Dezember 2016

    Hey, danke fürs Mitnehmen auf die Reise. Einfach beeindruckend!
    Liebe Grüße!

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  2. […] UND LOS GEHT´S NACH SINGAPUR! […]

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